Losung für den 04.04.2020

Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. Psalm 115,2.3

Gottes unsichtbares Wesen - das ist seine ewige Kraft und Gottheit - wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken. Römer 1,20

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Service

Bild-LupeTheo Nürnberg - 40 Jahre aktiv für die Lutherkirchengemeinde (Foto: J. Gerhardt).

Würdigung

Theo Nürnberg im „Geh-Gespräch“ mit Dagmar Johannson

Zum Gespräch für diesen Beitrag treffe ich Theo Nürnberg zu einem kleinen Spaziergang mit zartem Nieselregen hinauf auf den Venusberg. Nicht nur geistig rege nimmt er leichtfüßig die Treppenstufen und die Steigungen und gleichzeitig erzählt er dabei.

Theo Nürnberg und Friederike Faber vom Verein KunstRaumKirche mit dem Künstler Babak Saed (2.v.r.) 2003 an der Reuterstraße vor der Lutherkirche (Fotos: Archiv Faber) LupeTheo Nürnberg und Friederike Faber vom Verein KunstRaumKirche mit dem Künstler Babak Saed (2.v.r.) 2003 an der Reuterstraße vor der Lutherkirche (Fotos: Archiv Faber)

Wie bist du in die Kirchengemeinde gekommen?

Wir waren mehrere junge Familien mit gleichaltrigen Kindern. Die Kinder spielten zusammen im Kindergarten und die Eltern freundeten sich untereinander an. Ich war in der Friedensbewegung aktiv und fand hier Gleichgesinnte zum Beispiel Pfarrer Udo Hofmann. Die Gesprächskreise und die Familienfreizeiten mit Fabers vertieften unser Miteinander und Freundschaften bis heute entstanden. Aus dieser Zeit stammt zum Beispiel das Holzkreuz an der Wand zwischen den beiden Eingangstüren zum Gemeindesaal. So gewann man mich für die Gemeinde und das Presbyterium. Dort bin ich geblieben bis heute.

 

Waldarbeiter in grell orangenen Sicherheitswesten haben oben im Wald einen weiten Bereich mit Flatterbändern abgesperrt um ungestört Bäume fällen zu können. Es nieselt nicht mehr.

 

Du bist jetzt über 40 Jahre in der Gemeinde aktiv. Ist es da nicht eigenartig nun aus Altersgründen aus dem Presbyterium ausscheiden zu müssen? Mir erschließt sich der Altersgrund nicht so recht. Schließlich vergrößert sich der Anteil der älteren Gemeindeglieder entsprechend des Bevölkerungsquerschnitts unserer Gesellschaft und die jungen Leute treten aus der Kirche aus. Wer macht denn dann noch Kirche?

 

Dass ich nun ausscheide, finde ich nicht schlimm. Ich bin ja nie nur für bestimmte Alters- und Interessengruppen eingetreten. Das können andere vielleicht viel besser als ich. Mir waren andere Dinge wichtig. Ich habe abwechselnd mit Ulrike Veermann den Vorsitz der Presbyteriumssitzung geführt und ich wollte gerne, dass strittige Punkte friedlich abgewickelt wurden. Geglückt ist das natürlich nicht immer. Momentan haben wir ein gut gemischt besetztes Presbyterium. Da wird mir vor der Zukunft nicht bange.

Ja, ich denke da auch an die vielen Kinder in unseren Kindergärten und an die zahlreichen Täuflinge in Luther. Und wer weiß, welche interessierten Gemeindeglieder hier auch die Möglichkeit sehen unsere Zukunft mitzugestalten und sich ins Presbyterium wählen lassen.

 

Die lange Dauer deines Engagements in der Gemeinde könnte schon zu dem Schluss führen, dass Du ein besonders religiöser Christenmensch bist.

So möchte ich nicht verstanden werden. Ich habe meine eigene Glaubensgeschichte. Glaubensfragen sind mir nie so wichtig gewesen, wie die Möglichkeit sich hier gesellschaftspolitische einzusetzen. Ich kann nicht an einen personalen Gott glauben. Aber ich glaube an die Kirche und ihre gesellschaftspolitische Relevanz. Ich bleibe der Kirche treu, solange sie Verantwortung für die Menschen spürt und mehr Fragen zulässt, als Antworten parat zu haben. Ich bin dankbar, dass man mich trotz meiner manchmal verqueren Gedanken in der Gemeinde aufgenommen und behalten hat. Ich war ursprünglich katholisch, konvertierte und heiratete meine zweite Frau kirchlich in Luther. Es macht mich froh, dass sich die offene Haltung in der Gemeinde bis heute erhalten hat. Gemäß dem Leitspruch unserer Gemeinde: „Du stellst meine Füße auf einen weiten Raum“.

Da ich erinnere mich an die Aktionen des Vereins KunstRaumKirche, die unter anderem nach der Installation von Heide Pawelzik mit der golden Bank den Wunsch zur Folge hatte den Kirchenraum zu renovieren und die Kirchenbänke für immer zu entfernen. Renoviert wurde ja, aber die Bänke blieben in der Kirche. Inzwischen gibt es auch den Verein KunstRaumMusik. Der Gottesdienst im Kunstmuseum, von Luther aus der Wiege gehoben, erfreut sich allgemeiner Beliebtheit in ganz Bonn. Mir sind auch die Presbyteriumsfahrten in guter Erinnerung. Tagsüber wurden die Themen ernsthaft, konstruktiv bearbeitet und abends nach getaner Arbeit hatten wir viel Spaß. Besonders mit dir, wenn Du die Teekanne verkörpert hast.

Gutes Team: Presbyter Nürnberg mit Küster Knur am Altar. LupeGutes Team: Presbyter Nürnberg mit Küster Knur am Altar.

Zwischen der Rückseite des Sportinstituts und einer wilden Waldwiese gehen wir unter den Baumkronen einer geradezu feierlich anmutenden Allee hindurch. 38 ausgetretene Stufen führen einen steilen Hang hinunter zum Engelbach. Der Weg schlängelt sich heimwärts am Bach entlang durch den Wald in Richtung Poppelsdorf. Es nieselt wieder etwas stärker.

 

Wo kann ich Dir in Zukunft noch in der Gemeinde begegnen?

Dadurch, dass ich nicht mehr Auto fahre, ist mein Leben schon erheblich ruhiger geworden. Da kann ich mich gut weiterhin für Oikocredit und den Orgelbauverein einsetzen und im Kirchenchor singen. Ich werde bei der Herbstfahrt „spirituell unterwegs“ mit Pfarrer Joachim Gerhardt und anderen Gemeindegliedern durch das Hohe Venn streifen. Es gibt viele Möglichkeiten für mich in der Gemeinde aktiv zu leben. Mal sehen was die Zukunft noch bringt. Dann mache ich auch noch kleine Reisen (unter anderem als Vater zu meinen Kindern und als Großvater zu meinen 15 Enkelkindern), Wanderungen draußen durch die Natur oder ich löse stehende Einladungen von netten Mitmenschen ein und, und, und  

Nach circa zwei Stunden gehen und reden erreichen wir wieder die Argelanderstraße. Die Wander-App zeigt 4,36 km an. Das kann nicht stimmen!

Dagmar Johannson

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Dagmar Johannson/csr / 15.12.2019



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