Losung für den 21.06.2021

Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils. Jesaja 12,3

Jesus spricht: 

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Matthäus 11,28

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Bild-Lupe"Von der Gemeinde und und der Kirche wünsche ich mir ein klares Bekenntnis zum Mutigsein." (Foto: Spieker)

Blick in die Gemeinde - Teil 2

"Lockdown" und "neue Normalität" - Alltag in Coronazeiten - Folge 6

Wir haben Dr. Boris Spieker virtuell getroffen und ihn um kleine Einblicke in seinen Alltag gebeten. Wir sind neugierig, was sich in seinem Leben seit dem ersten Lockdown bis jetzt verändert hat und wie es ihm jetzt geht.

 

1. Wie haben Sie den ersten Lockdown rückblickend erlebt?

Als Corona-Skeptiker habe ich den Lockdown und die damit verbunden Einschränkungen als Zumutung empfunden. Alles in allem würde ich die Einschränkungen in meiner ganz persönlichen Situation als eine Verringerung der Lebensqualität um 20% beziffern. In meinem Beruf hat sich die Arbeitslastbelastung nicht reduziert. Hier war die Umstellung auf das Home-Office seit Mitte März 2020 kein Problem, denn ich nutze es seit Jahren tageweise. Wäre ich jedoch nicht berufstätig, würde sich der o.a. Prozentsatz freilich drastisch erhöhen.

2. Wie sind Sie mit der AHA-Regel und den weiteren Corona-Schutzmaßnahmen durch den Sommer gekommen?

Der Sommer war schön. Die Einschränkung für mich persönlich würde ich im Bereich von 1 – 2 % ansiedeln.

3. Wir haben im Frühling Gemeindeglieder danach gefragt, worauf Sie sich am meisten freuen, wenn der „normale Alltag“ zurück ist. Ganz kurz schien manches wieder normal zu sein, hatten Sie Zeit, sich einige Ihrer Wünsche zu erfüllen?

Nachdem der erste Lockdown aufgehoben war, konnten wir endlich wieder Restaurants und Fitness-Studios aufsuchen sowie Reisen innerhalb Deutschlands und das benachbarte Ausland inkl. Museumsbesuchen durchführen. Fernreisen hatten wir nicht geplant, da stehen noch ein paar auf unserer Liste.

4. Nun gibt es einen sogenannten "Lockdown-Light". Täglich scheint es neue Änderungen zu geben. Hat das Auswirkungen auf Ihren Alltag? (Anm. der Redaktion: Stand 05.12.2020)

Hier kann ich auf die Antworten zu Frage 1. verweisen. Für einen Unternehmensberater, der jede Woche mehrere Tage auf Reisen war, ist es schwierig, sich an eine 100%-remote-Situation zu gewöhnen. Um Abwechslung vom Homeoffice zu haben, habe ich mich in ein offenes Office eingemietet. Außerdem gibt es dort noch ein paar Mutige, mit denen ich mich persönlich austauschen kann. Das ist eine willkommene Abwechslung zu den ungezählten Videokonferenzen mit Kunden und meinen Kollegen/-innen, die den Tagesalltag bestimmen. An das Maske-Tragen habe ich mich allerdings bis heute nicht gewöhnen können. Das Masken-Brillen-Problem konnte ich leider noch nicht lösen. 

Indirekt gibt es weitere Auswirkungen. Denn die wirtschaftlichen Verwerfungen haben meine Kunden nicht unberührt gelassen. Beispielsweise boomen Autos zur Zeit nicht gerade, die Fluggesellschaften und Flugzeughersteller leiden, Business-Travel findet so gut wie gar nicht statt. Dass beeinflusst die Projekte meiner Kunden und meine Arbeit.

5. Haben sich Ihre Wünsche verändert? Was wünschen Sie sich für die kommenden sechs Monate? Gibt es eine „neue Normalität“?

  1. Die erste Frage ist sehr allgemein definiert, sodass ich sowohl Begründungen für ein Nein als auch für ein Ja finden kann. Insofern will ich keine Antwort geben.
  2. Die Kombination aus einem wirksamen Impfstoff und einer schnellen Distribution wären wohl das beste Mittel, um schnellstmöglich aus der Sackgasse zu kommen, in die man sich mit den übertriebenen Maßnahmen gebracht hat. Die Schäden, die entstanden sind, mit ihren mittel- und langfristigen Folgen werden uns noch viele Jahre beschäftigen. Als Beispiele seien genannt:
  • Psychische Probleme der Instabilen, der Einsamen und Schwachen
  • Staatsschulden, die kommende Generationen abzutragen haben
  • Erhöhtes Angstempfinden weiter Teile der Bevölkerung in unserem Land, das schon vor der Pandemie nicht als eines voller Optimistinnen und Optimisten galt.
  1. Das „New Normal“ hat bereits begonnen. Auch die und der Letzte haben inzwischen den Weckruf gehört, dass die Digitalisierung zu priorisieren ist. Die mangelnde Qualität der oft improvisierten Aufzeichnungen und Anleitungen spricht Bände über die Versäumnisse im Umgang mit digitalen Formaten bei vielen Organisationen in den letzten Jahren. Im Hinblick auf die Qualitätsverbesserung der Darbietungen bin ich guter Dinge für die nächsten Lockdowns.

6. Was wünschen Sie sich von "Luther"?

Wie ist es möglich, einerseits die Bibel als Grundlage zu haben und andererseits im konkreten Handeln das Gegenteil dessen zu tun, was diese befiehlt. Vielleicht fehlt mir als Laie die Einsicht. Doch an zahlreichen Stellen ruft die Bibel uns ein „Fürchtet Euch nicht“ zu. Das genaue Gegenteil können wir von staatlichen Stellen und verstärkt durch die Massenmedien hören: „Fürchtet Euch“. Wenn Kirche und Gemeinde den gesetzlichen Regelungen und Ausführungsbestimmungen das Wort reden und bestrebt sind, diese über zu erfüllen, dann ist das eine Haltung, die ich nicht teile.

Von der Gemeinde und der Kirche wünsche ich mir ein klares Bekenntnis zum Mutigsein, das sich im Handeln äußert. In der Bibel gibt es zahlreiche Beispiele von Menschen, die von einem Tag auf den anderen umgekehrt sind. So habe ich die Hoffnung, dass auch die Gemeinde sich besinnt, den bequemen Mainstream verlässt und bald wieder Mut im Handeln demonstriert.

Vielen Dank.

Dr. Boris Spieker ist Gemeindeglied und immer wichtiger Partner im Austausch kontroverser Gedanken aus der Mitte der Zivilgesellschaft.

In unseren Corona-Diaries begegnen Sie Menschen, die unserer Gemeinde nahe stehen, Gemeindeglieder oder Mitarbeiter*innen sind. 

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csc / 15.12.2020



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