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Musik für Posaune und Orgel

SOUFFLERIE

Samstag, 30. November, 20h

„Soufflerie“ - vorweihnachtliche Musik für Posaune und Orgel mit Gerhard Halene (Posaune) und Berthold Wicke (Orgel/Klavier)

Soufflerie – ist die französische Bezeichnung für ein Gebläse, insbesondere auch einOrgelgebläse.  Orgel und Posaune verbindet, dass sie beide Blasinstrumente sind.In Bachs Choralbearbeitung  des Adventliedes „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ vertritt  die Posaune (mit ihrem Cantus firmus) sozusagen ein Orgelregister - Bachs Schüler Johann Ludwig Krebs gab in seinen vergleichbaren Kompositionen gar die Anweisung, den Solo-Bläser im Orgelgehäuse zu verstecken...



Auch  Ekkehard Carbows Bearbeitung des Offertoire von César Franck erweitert die  Klanglichkeit der originalen Orgelversion durch die wirkungsvoll eingearbeitete Posaunenpartie.



„Offertoire“ meint sowohldie Bereitung von Brot und Wein im Rahmen der katholischen Abendmahlsliturgie als auch die Musik, die für diesen Anlass komponiert wurde. Vielfach ist die Gabenbereitung Teil eines Prozessionsgeschehens, dem die Musik eine besondere Festlichkeit verleiht. So eben auch bei César Franck - und Alexandre Boely, der im Offertoire seiner „Messe de Minuit“, seiner weihnachtlichen Mitternachtsmesse also, zusätzlich die Imitation eines Glockenspiels bietet.

Auch in der Pastorale seiner Messe lässt Boely die Orgel den Klang anderer Instrumente nachahmen: in diesem Fall den von Hirtenflöte und Schalmei. Die gleiche Klangfarben-Charakteristik weisen übrigens auch die Pastoralsätze von Thédor Dubois und Frigyes Hidas auf – bei Letzterem scheint zudem noch ein kleiner Dudelsack, eine Musette,  mit einzustimmen.



Der Programmteil mit der  Duo-Besetzung Posaune/Klavier ist - vom miniaturhaften „Lied ohne Worte“ Mendelssohns über die symphonische Skizze von Alexandre Guilmant bis zum expressiv-virtuosen Konzertsatz von Gustav Holst - ganz der musikalischen Romantik verpflichtet.



Auch der ungarische Zeitgenosse  Frigyes Hidas komponiert noch im Geist der Romantik – freilich in aparter Erweiterung der Tonalität und mit gleichsam „Film-musikalischen“ Mitteln. Die Satzfolge Pastorale – Dona nobis pacem – Toccata ist nicht original – erscheint aber gleichwohl besonders stimmig.



Mit unterschiedlichen Stilistiken und Techniken experimentiert Johannes M. Michel in seiner Sonate für Posaune und Orgel: So wird im ersten Satz („Vivace“) die Posaune fast ausschließlich vom Solo-Pedal der Orgel begleitet; der zweite („Con calma“)  präsentiert sich als Klangstudie über Septnonakkorde, der „Dialog“ zitiert den fragmenthaften Gestus der Neuen Musik und das  Finale („Agitato“) verbindet sehr virtuos und effektvoll Jazzelemente mit einer Orgeltoccata.



Das Ende des Programms bleibt beim Jazz und kehrt zugleich noch einmal zu Advents- und Weihnachtsliedern  zurück, die im Swing-Idiom von Rae James gute Vorweihnachtslaune garantieren.

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20.11.2013



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